Wer an einen Urlaub in der Türkei denkt, hat meist Hotelanlagen und breite Strände vor Augen, wie beispielsweise die Gegend um Antalya, die als Touristenmekka gilt.
Aber vielleicht auch die vom römischen Imperium hinterlassenen zahlreichen Monumente oder noch ältere griechische Tempel, die man in der Nähe der beliebten Badestrände besichtigen kann.
Dabei hält die Türkei für Urlauber, die sich für Geschichte und Kultur interessieren, ein weiteres, vielleicht noch spannenderes Highlight bereit: Kappadokien!
In Kappadokien gibt es noch viel ältere Erinnerungen an die türkische Geschichte. Kappadokien sollte mein Bild von der Türkei um die Zeit vor 2000 – 3000 Jahren ergänzen. Ich flog deshalb, nachdem ich zuvor Troja, Ephesus, Aspendos und Myra besichtigt hatte, zunächst zum Berg Nemrud mit seinen imposanten Kolossal-Säulen und dann weiter nach Kayseri. Von dort erreicht man in zwei bis drei Stunden die Naturwunder von Kappadokien.
Dieses Weltkulturerbe liegt in Zentralanatolien und ist berühmt für seine Tuffsteine, in denen zu frühchristlicher Zeit Menschen gewohnt haben und auch Grab- und Kultstätten angelegt wurden. Darin gibt es u.a. eindrucksvolle Gotteshäuser mit Wandmalereien über die großen Geschichten der Bibel, die nach Hunderten von Jahren bis heute so prächtig erhalten sind, wie gerade gemalt.
Die Besichtigung dieser Kultstätten in Kappadokien wird meist mit einem allradbetriebenen Fahrzeug angeboten, bisweilen auch auf dem Rücken von Pferden. Der Name Kappadokien soll übrigens von dem altpersischen Wort Katpatuka stammen und „Land der schönen Pferde“ bedeuten.
Ich ließ mich überzeugen, dass es besonders eindrucksvoll ist, diese Landschaft aus einem Ballon von oben zu erkunden. In der Früh gleich nach Sonnenaufgang starten die Ballons. Es ist ein großartiges Bild, wenn gegen die aufsteigende Sonne fünf, zehn oder sogar 20 Ballons mit ihrer farbenfrohen Bemalung sich gen Himmel erheben.
Die thermischen Bedingungen für Ballonfahrten sind dort sehr günstig. Von meinen Ballonausflügen in vielen Ecken der Welt war der Flug über Kappadokien besonders eindrucksvoll und gab einen unvergleichlichen Eindruck von der Majestät dieser kargen, tief zerklüfteten Landschaft, aus der die Tuffsteine mit ihren Resten menschlicher Besiedlungen aus alter Zeit herausragen.
In einigen der Höhlen sind heute komfortable, teilweise luxuriös zu nennende Hotels untergebracht. In einem davon, in Göreme, hatte ich eine Suite mit eigenem Schwimmbad, was meinen Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis machte.
Morgens durch den religiösen Gesang des Ortes geweckt, waren die Abende und Nächte einsam und dunkel unter dem glasklaren Sternenhimmel, der von dramatischer Schönheit war, ebenso wie die Farbnuancierungen auf den Tuff-Felsen im Spiel mit der Morgen- oder Abendsonne.
Kappadokien, wo auch schon der Apostel Paulus gewirkt hat und Maria, die Muttergottes, ihre Grabstätte haben soll, ist neben den bekannten Urlaubszielen in der Türkei das vielleicht eindrucksvollste. RW, Bilder: Generalkonsulat
Türkei
Bedingt durch Lage und Relief hat die Türkei Anteil an sehr unterschiedlichen Klimaten. So hängt die Frage nach der besten Reisezeit davon ab, welchen Landesteil man besuchen möchte.
An der niederschlagsreichen Schwarzmeerküste ist von Juni bis August Badesaison, am Marmara-Meer und der Nordägäis von Juni bis September, an der südlichen Ägäisküste, den Stränden Lykiens und am Mittelmeer von Mai bis Oktober. Die zentrale anatolische Hochebene weist ein ausgeprägtes Kontinentalklima auf, das im östlichen Hochland extreme Werte erreicht.
Mittelanatolien
heiße, abends frische, trockene Sommer und kalte Winter
Ostanatolien
kurze, etwas mildere Sommer und lange, schneereiche, kalte Winter
Südostanatolien
trockenheiße Sommer und milde, regenreiche Winter
Einreise mit dem Flugzeug oder Schiff: hier genügt für Bürger der EU und der Schweiz der Personalausweis oder Reisepass. Für die Einreise auf dem Landweg ist ein Reisepass obligatorisch.
Krankenversicherung
Von den Krankenkassen ausgestellte Auslandskrankenscheine (z. B. das Formular „T/A 11“ der AOK) und / oder der Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung gewährleisten die medizinische Versorgung.
Lage
Im äußersten Südosten Europas und in Vorderasien
Fläche
780.000 qkm, davon ca. 3 % in Europa
Küstenlänge 8.272 km
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Bevölkerung
72 Millionen (78 % Türken, 20 % Türken kurdischer Abstammung, 1,4 % Araber, Armenier, Juden. Bevölkerungsdichte: 92 je km2.
Die überwiegende Mehrheit der Türken sind Muslime. Davon gehören etwa 70 % der sunnitischen Glaubensrichtung an. Zwischen 15 und 25 % sind Anhänger der alevitischen „heterodoxen“ Ausrichtung des Islam.
Hauptstadt
Ankara mit ca. 3 Mio. Einwohnern. Kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Türkei ist Istanbul mit etwa 9 Mio. Einwohnern.
Wirtschaft
Ein dynamisches Wirtschaftsleben prägt das Bild der entwickelten Ballungszonen. In den ländlichen Gebieten – vor allem in der Mitte und im Osten – halten sich dagegen traditionell wirtschaftende bäuerliche und handwerkliche Kleinbetriebe. Das große regionale Wirtschaftsgefälle zählt zu den ungelösten Problemen des Landes.
Tourismus
Wie für die meisten Mittelmeeranrainer ist auch für die Türkei der Fremdenverkehr zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden (wichtigster Devisenbringer ist die Textilindustrie).
Text: Reinhold Wild
Bilder: Generalkonsulat Türkei
Text: Reinhold Wild, Fotos: Generalkonsulat Türkei