Samstag, Juli 13, 2024
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Im Palast des Prinzen Bonaparte – Das Shangri La Paris öffnet seine Tore

Nun ist es also soweit. Die ersten der großen, bereits angekündigten asiatischen Luxusketten des Hotelgewerbes haben ihre Pforten in Paris geöffnet. Mit der Shangri-La Kette wagt sich einer der etablierten Player des asiatischen Marktes in die Höhle des Löwen höchster Hospitality Standards.

Um sich einen adäquaten Auftritt auf dem Kontinent zu gönnen, hat Shangri La die Gunst der Stunde genutzt und wusste, eine einmalige Gelegenheit am Schopfe zu packen. Im Jahre 1971 in Singapur gegründet, wurde in den letzten 40 Jahren in Asien investiert; der europäische Markt war bislang von untergeordnetem Interesse. Da aber die asiatische  Nobelkundschaft nun zunehmend mit ihrem neuen Wohlstand die ganze Welt bereist, orientiert sich so mancher asiatische Anbieter nun in Richtung Europa. Mit Wien in diesem Jahr und London im kommenden Jahr stehen zwei weitere zentrale Destinationen zur Neueröffnung auf der Agenda von Shangri-La Hotels.

3klein.jpgDie Gelegenheit in Paris bot sich mit der Offerte des Staates, das alte Palais des Prinzen Roland Bonaparte aus dem Jahre 1896 im sechzehnten Bezirk vis-à-vis des Eiffel Turms und direkt an der Seine gelegen, zum Kauf anzubieten. Dem Vernehmen nach betrug der Kaufpreis ca. 250 Millionen Euros, mindestens 100 Millionen haben die Renovierung und die neue Ausstattung gekostet. Vier Jahre dauerten die Transformations -und Renovierunsgarbeiten, um aus dem Palast in der Avenue d’Iéna ein Luxushotel zu gestalten. Ebenso lange wie seinerzeit die Bauarbeiten im ausgehenden 19. Jahrhundert auf dem über 3000 qm großen Grundstück, um den letzten großen historischen Palast der Stadt zu errichten.

Der letzte grosse Palast der Stadt

4klein.jpgVon allen Palasthotels in Paris im Fünf Sterne plus Segment ist das Shangri-La mit seinen 81 Zimmern und Suiten das Kleinste. Die durchschnittliche Zimmergröße schlägt aber mit 47 qm die Konkurrenz. Mit drei Signature Suites versucht sich das neue Haus auch stilistisch an die Spitze der Nobelherbergen zu setzen. Die Suite Impériale (275qm) ist in den alten Privaträumen des Prinzen untergebracht und erinnert entfernt an den Prunk von Versailles. Sie gehört zu den schönsten der ganzen Stadt. Die Suite Panoramique im obersten siebenten Stockwerk dagegen fühlt sich einem modernen Design verpflichtet. Auf 500qm Fläche reicht der Blick von Sacré Coeur auf Monmartre über das Grand Palais und Notre Dame bis zum Trocadéro an den Füssen des Eiffelturms. 47 Zimmer und Suiten des Hotels haben das Wahrzeichen der Stadt fest im Blick und damit einen unschlagbaren Wettbewerbsvorteil.

Die Einrichtung der Zimmer und Suiten verantwortet Pierre-Yves Rochon, der bereits das George V einzukleiden wusste, ebenso das Prince de Galles oder jüngst auch das Savoy in London. Die Zimmer sind funktional, aber unspektakulär eingerichtet, die Suiten dagegen atemberaubend. Einzelne Posten wie Bettwäsche, Bademäntel oder Handtücher werden am Persischen Golf produziert und  entsprechen dem Standard der Kette in Asien, sind aber nicht in Paris konkurrenzfähig.

2kkk.jpgAuch so bedeutende Details wie die Briefschaft auf den Zimmern entspricht nicht dem Anspruch des Hauses. Hier wird sicher noch nachjustiert werden müssen, um dem Luxussegment zu genügen. Bei einem Zimmerpreis von fast 800,– Euros pro Nacht aufwärts wird der erfahrende Gast dies erwarten. An solchen Details werden die Nachteile der Mitgliedschaft in einem Markenverbund deutlich. Ein Standard, der für den asiatischen Markt gesetzt und entwickelt wurde und dort durchaus funktional und erfolgreich ist, greift in Paris zu kurz. Dies zumal, wenn sich das neue Haus als Flagship positionieren möchte, um sich an die Spitze der Shangri-La Kette zu setzen.

Bei den erheblichen Investitionen ist es schade, dass an solchen Details gespart wurde. Hier muss das Haus einen Weg finden, such von den Vorgaben der Kette zu lösen oder aber deren ganzes Niveau zu heben. Die Potenziale dafür sind exzellent, aber noch nicht ganz ausgeschöpft. Das Shangri-La ist eine Schatztruhe, daran besteht kein Zweifel. Würden die Investitionen pro Zimmer umgelegt, stünde das Haus sicher mit ca. 4 Millionen Euros pro Zimmer an der Spitze der Pariser Hottellerie. Da versteht es sich von selbst, dass ein erheblicher Teil der zu erwirtschaftenden Erlöse sich nicht aus den Buchungen der Zimmer, sondern auch aus den Buchungen der herrlichen Privat- und Empfangsräume zu generieren hat.

Die schönsten Gesellschaftsräume von Paris

5klein.jpgVon einmaliger Erlesenheit sind diese öffentlichen Räume des Palastes auf der ersten Etage, die für Empfänge und private Gesellschaften gebucht werden können. Schon die Bonaparte Familie hatte den Grand Salon, die Salle à Manger und den Salon de Famille für Parties der Pariser Gesellschaft genutzt. Mit 850qm steht eine Eventfläche zur Disposition, die auch das Corporate Business anzusprechen weiß und die in Paris Ihresgleichen sucht.

Damit die Luxushotels in unseren Tagen den Anforderungen an eine zu erwartende Renditeentwicklung entsprechen und die erheblichen Investitionen sich rechnen, müssen die Umsätze auch mit Gästen erwirtschaftet werden, die nicht im Palast nächtigen, wohl aber einzelne n Services nachfragen. Mit drei Restaurants bietet das Shangri-La eine exzellente Mischung.

7klein.jpgDas Gourmet-Restaurant L’abeiile (Die Biene-das Symbol der frz. Kaiser in deren Wappen) öffnet diesen Frühling, ebenso wie ein cantonesisches Gourmetrestaurant, das die asiatischen Wurzeln des Hauses betont. Bereits seine Gäste empfangen kann die Restaurant Lounge La Bauhinia. Das Restaurant in dezenten Grün- und Rottönen bedarf bereits heute der Reservierung und konnte sich binnen weniger Wochen ebenso erfolgreich etablieren, wie die schöne Bar des Shangri-La und die angeschlossenen Loungeräume im Erdgeschoss des Palastes. Sich hier nach dem Shopping zum Café oder in den frühen Abendstunden zu einem Cocktail niederzulassen ist ein Traum. Selbst die Cocktails greifen die Positionierug des Hauses auf und sind eine gekonnte Melange aus Orient und Okzident. Wunderbar. Grösster Aktivpsoten des Palastes aber ist das neue Personal. Die asiatische Gastfreundschaft ist dem Personal zu eigen wie sonst  nur in wneigen vergleichbaren Häusern. Mit ausgesuchter Höflichkeit und Hilfsbereitschaft und stets einem Lächeln wird der Gast empfangen, ohne das dies aufgesetzt oder antrainiert wirklen würde.  Der Palast wirkt authentisch, vom Dach bis zum Keller, und die Hauptpfeiler sind die Mitarbeiter. Hier schien die lange Zeit bis zur finalen Eröffnung gut genutzt worden zu sein.

Bar und Restaurant als Highlight
6klein.jpgDie Sanierung des Hauses ist sehr erfolgreich gelaufen, noch vor Eröffnung des neuen Hotels hat die Regierung das Ensemble in die Denkmalschutzliste der Stadt mit aufgenommen und für schützenswert deklariert. Der Spa im Souterrain und die beiden Top-Restaurants stehen noch vor ihrer Eröffnung, aber schon heute hat sich das neue Shangri-La in die Herzen der Pariser zu setzen gewusst. Es ist ein Haus für Connaisseure, die nicht unmittelbar im direkten Zentrum wohnen mögen, sondern die entspannte Lage zu Beginn des sechzehnten Bezirks zu schätzen wissen.

airberlin fliegt mehrmals täglich nonstop von Berlin und Düsseldorf und zusätzlich von vielen weiteren deutschen Flughäfen per Umstieg nach Paris. Tickets gibt’s bereits ab 39,-€ (One Way- Komplettpreis inklusive Service und Meilen ab Deutschland). Buchung unter airberlin.com oder telefonisch unter 01805 737 800 (Deutschland), Österreich: 0820 737 800 (Österreich), 0848 737 800 (Schweiz)

Information:

Shangri-La Hotel Paris

10 avenue d‘Iéna, F-75116 Paris

Tel.: +33 1 53 67 19 98

www.shangri-la.com

www.airberlin.com
Text:Dr. Frank Sistenich, Fotos: Agentur

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