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Der Zauber der Schluchten

Autor: Text: Dr. Frank Sistenich, Fotos: Agentur, TRAVELLERstyle international - Europa: Westeuropa

Madeira entwickelt sich zur ersten Adresse für Expeditionen 

Etwa 1000km südwestlich von der Hauptstadt Lissabon in Mitten des atlantischen Ozeans liegt die kleine Insel, die bis heute in der Wahrnehmung vieler Reisender als Rentnerparadies gilt. Blumenfeste und ein ganzjährig mildes Klima garantieren der älteren Generation ein lohnendes Urlaubsspektakel. In vier Stunden ist die nur 57km lange und 22km breite Insel von Mitteleuropa aus bequem erreichbar und airberlin fliegt mindestens einmal wöchentlich die Gäste von verschiedenen Städten in Deutschland gleich non stop nach Funchal. Fast unbemerkt von den bekannten Touristenströmen hat sich die innovative Insel in den letzten Jahren zu einem Highlight der Expeditionsreisenden entwickelt.

DSC00988Klein.jpgGebirgige Landschaften und terrassierte, tiefeingeschnittene grüne Täler bilden auf kleinstem Raum einen Mikrokosmos diverser Expeditionsalternativen, die sich bequem miteinander kombinieren lassen. Schon Kaiserin Sisi wählte Madeira als Refugium ihrer Ausflüchte vom Wiener Hofzeremoniell. Nicht bloß aus dem Grund, sich die milde Luft um ihre feine Nase wehen zu lassen; das konnte sie schließlich auch auf Schloss Gödöllö in Ungarn haben. Sie floh nach Madeira, um der Zivilisation ein Schnäppchen zu schlagen und sich dem Spiel der Natur anzuvertrauen. Als hoch sportliche Regentin kam sie in Madeira auf ihre Kosten. Noch heute liegen der letzte Habsburger Kaiser Karl und Kaiserin Zita in Monte, auf der Höhe von Funchal, in der kleinen Dorfkirche begraben.

Madeira liegt im Golfstrom einer warmen Meeresströmung; diese natürliche Klimaanlage garantiert das gesamte Jahr über angenehme Temperaturen, die im Winter selten unter 20 Grad fallen und im Hochsommer kaum über 30 Grad Celsius steigen. Für die üppige Vegetation ein Freudenfest. Da die Insel, obwohl gut besucht, durch einen fehlenden, größeren klassischen Sandstrand nicht auf der Agenda der Massentouristen steht, haben sich alternativ Freizeitaktivitäten entwickelt, die andere Destinationen kaum oder gar nicht bieten. Für einen Badeurlaub dagegen stehen sicher eher mediterrane Regionen im Reisefokus. Canyoning im Atlantik „Die felsigen Täler der Vulkanlandschaft mit ihren spektakulären Wasserfällen gehören zu den landschaftlichen Höhepunkten der Insel“ erklärt Corina Bachmeier. Die Portugiesin hat mit der eigenen Agentur ‚lolokolo‘ Expeditionsangebote entwickelt. Sie ist selbst auf Madeira geboren, hat aber einen deutschen Vater und spricht perfekt Deutsch. Bis zu 1862m Höhe erreichen die Berge und tief stürzen die Schluchten in die Flusstäler mit ihrem glasklaren Felswasser.

MTB_in_Madeira.jpgDiese Attraktion hat in den letzten Jahren zu einem modernen Expeditionstourismus geführt, der im besonderen Spanier, Franzosen, Holländer und Engländer auf die Insel brachte. Der deutsche Markt hat bislang von solchen Abenteuern noch kaum Notiz genommen, beginnt aber langsam, sich zu öffnen. Startpunkt ist zumeist das Hotel der Wahl. Gut eine Handvoll internationaler, meist europäischer Touristen, hat sich im Reid’s Palace getroffen, dem kolonialen Palastjuwel aus dem Jahr 1891 und erwartet den gemeinsamen Start. Eine schöne Hotelalternative ist das Melia Mare als modernes Haus, auch hier werden Expeditionsgäste eingesammelt. Corinna Bachmann kommt mit dem Minibus und noch im Bus gibt es das erste Briefing für die bevorstehenden Abenteuer. Es geht auf den serpentinenreichen Straßen hinauf über das Hochplateau der Insel zu den Laurel Wäldern und schon der Blick aus dem Bus hinunter in die entfernten Täler lässt erahnen, welche Schluchten zum sich Abseilen noch bevorstehen. Über ein Canyoning Abenteuer werden versteckte Plätze der Insel zugänglich, die sonst keinem Touristen offen stehen. Startpunkt der Abseilaktionen sind oft die Quellen an den Flussoberläufen des Ribeira do Alecrim, des Ribeiro do Poço do Bezerro oder des Ribeiro Frio. Allein der Wasserfall des Ribeira do Alecrim umfasst 16 technische Abschwünge, der größte mit einer einzelnen Distanz von 25m. Ein gewisses Maß an Sportlichkeit, Höhentauglichkeit und der Freude, permanent klätschnaß zu werden, ist sicher nicht von Nachteil. Für Anfänger sei der Ribeira das Cales I mit sechs technischen Abschwüngen im Naturschutzpark von Funchal empfohlen. Ob Kaiserin Sisi seinerzeit hier auch schon in den Seilen gehangen hatte? Die Veranstalter der Insel verfügen über ausreichende Schutzkleidung, die alleine schon aus versicherungstechnischen Gründen anzulegen angeraten ist. Corina Bachmeier sieht das ganz pragmatisch. „Mit einem Helm auf dem Kopf läuft man schließlich schon zu Hause auf jeder Baustelle rum, warum sollte dies bei solchen Abenteuern dann ein Problem darstellen?“

Divingkkklein.jpgCanyoning-Expeditionen sind mittlerweile derart beliebt, dass sich Madeira als europäisches Zentrum etablieren konnte und sowohl für den Anfänger wie auch für den weit fortgeschrittenen Profi diverse Schwierigkeitsgrade täglich das ganze Jahr über angeboten werden. Pro 100 Höhenmeter fällt die Temperatur auf der Insel um ein Grad. Mit Karabinerhaken und langlaufenden Seilen abgesichert, auf Wunsch mit schützendem Neoprenanzug eingekleidet, können kleine Wasserfälle oder große Schluchten bezwungen werden; auf jeden Fall geht’s hinab. Zumeist kann der erfolgreiche Abstieg im Anschluss mit einer kleinen Badeparty in den Seen am Fuße der Wasserfälle gefeiert werden. Da die Canyoning Abenteuer je nach Intensität von fünf Stunden Dauer bis zu mehreren Tagen in Anspruch nehmen können, stehen für Reisegruppenmitglieder auch andere Expeditionsalternativen zur Disposition.

Quinta_do_Riacho___Passeiosklein.jpgMadeira hat neben einer Vielzahl von Wanderouten, so entlang der berühmten historischen Levadas (Wasserkanale zur Versorgung der Insel), auch neue Trekking- und Hiking Alternativen entwickelt. Mountain-Bike Touren über die ganze Insel oder Kajak-Abenteuer in den fjördähnlichen Verzweigungen der Atlantikküste werden als geführte Touren angeboten oder sind auf eigene Faust über das Ausleihen der entsprechenden Ausstattung vor Ort ebenso wie Surfen, Windsurfen oder Segeln möglich. Die Wassertemperatur beträgt über das Jahr zwischen 18 und 25 Grad Celsius; es lässt sich angenehm aushalten. Für alle jene Expeditionstouristen, die einen Kurzurlaub suchen und innerhalb einer Woche eine Vielzahl von Expeditionsalternativen ausprobieren mögen, bietet Madeira einen bislang unterschätzten Schatz, der nicht auf süßlichen Wein und Blumenorgien reduziert werden sollte.

IMG00119_20091226_1146kkklein.jpgEin authentisches Naturerleben in Verbindung mit höchstem Wohn- und Gastronomiekomfort und einer kulturell reichhaltigen Geschichte, deren Artefakte mit einer Vielzahl von lokalen Festen bis heute gefeiert werden, ist weltweit an kaum einem anderen Ort vergleichbar möglich. Mit oder ohne Helm.

airberlin fliegt zwei Mal wöchentlich von Düsseldorf und ein Mal wöchentlich von Berlin, Leipzig, Nürnberg und München nonstop nach Madeira. Tickets gibt es ab 149,99 € Oneway-Komplettpreis (inklusive Service und topbonus Meilen). Mehr Infos und Buchungen in jedem Reisebüro oder telefonisch unter 01805 737 800

Information:
www.airberlin.com
www.reidspalace.com
www.meliamadeira.com
www.lololokomadeira.com



 

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