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Das Hotel de Crillon in Paris hat neuen Eigentümer

Autor: Text: Dr. Frank Sistenich, Fotos: Agentur, E. Cuvillier, Y. Bottalico, TRAVELLERstyle international - Europa: Westeuropa

Ein Prinz als Sohn des saudischen Königs kaufte den Pariser Palast für 252 Millionen Euros. Kempinski soll das Management übernehmen

Es gibt wenige Hotels in der Welt, die sich über ein Jahrhundert lang einen vergleichbaren Staus haben etablieren können. Das Crillon an der Place de la Concorde, bis vor kurzem im Besitz von Starwood Capital, gehört zu dieser Crème de la Crème der Luxusherbergen und Nobelpaläste. Starwood Capital hatte das Haus erst 2005 von der Taittinger Familie übernommen, um eine eigne Luxusmarke unter dem Crillon Label zu etablieren. Ein Strategiewechsel im vorletzten Jahr bedeutete den Abschied der zugekauften Luxusherbergen und das Crillon suchte seit diesem Sommer einen neuen Eigentümer. Mit dem Interessenten der ebenfalls saudischen JJW Gruppe, die gleich das gesamte Luxusportfolio von Starwood Capital für 1,5 Milliarden übernehmen wollte, hatte man sich erst im April von Gericht in Paris wieder gesehen, da sich gegenseitig Vertragsverletzungen vorgeworfen wurden. Die einzelnen Häuser wurden fortan einzeln veräußert, das Lutetia auf der rive gauche hatte für 150 Millionen in diesem Sommer durch die israelische Alrov Gruppe bereits einen neuen Eigentümer gefunden; das Crillon an der Place de la Concorde stand nun solitär mit 350 Millionen Euros zur Disposition. Das Haus aus dem Jahr 1758 liegt direkt neben der US-amerikanischen Botschaft, hat heute 147 Zimmer und beschäftigt 360 Arbeitnehmer. Mit dem nun vereinbarten Kaufpreis, so berichtet der Figaro aus gut informierten Kreisen, scheint auf die erste Sicht ein Schnäppchen geglückt, da der Preis 100 Millionen günstiger als der ursprünglich veranschlagte sein soll. Allerdings ist auch genau dies der anvisierte Betrag, der allein für die aufwendige Sanierung der noblen Altbausubstanz zusätzlich disponiert worden ist. Die finale Transaktionist Ende November vorgenommen worden.

Mit dem Abgang von Jean-Francois Piège, der nun im letzten Jahr sein eigenes Restaurant eröffnete, war der Platz des Küchenchefs verwaist. Mit Christopher Hache ist ein junger, aber würdiger Nachfolger gefunden.
Die Herausforderung im Crillon besteht darin das berühmte Restaurant Gastronomique „Les Amassadeurs“ ebenso sicher zu führen wie das neue „L’Obé“ im Stil eines gehobenen Bistros.  Beide Restaurants ergänzen sich perfekt, zudem stehen der room service und der Wintergarten unter der Verantwortung des neuen Küchenchefs. Christopher Hache ist gerade einmal 28 Jahre jung, hat aber bei der Elite der französischen Sterneköche sein Handwerk lernen dürfen. KleinFacade_de_jour_Eric_Cuvillier__c__Paris.jpgNicht zuletzt gehörte er bis 2009 zur équipe von Eric Fréchon, der im nahegelegenen Le Bristol seinen dritten Michelin Stern erkochte. Daran anschließend verstärkte er das Küchenteam von Frédéric Robert im „Grande Cascade.“ Eric Briffard und Alain Senderens waren weitere Stationen in seiner noch jungen Karriere, die bereits in frühen Kindesjahren direkt an den Herd der Großmutter führte. Bereits sein Vater war Koch, der in einem Pariser Vorort ein kleines Restaurant führte und den kleinen Christopher entscheidend beeinflusste: „My father pushed me to the limits to make sure I was the best. He was the catalyst in my personal development.“ Klein2christopher_bassedef_6_c__Yves_Bottalico.jpgHache wird unterstützt durch seinen neuen sous-chef Amandine Chaignot, die bereits in den übrigen Pariser Palastlegenden wie dem Plaza Athénée, dem Ritz, dem Bristol und dem Meurice die Küche mit verantwortete. Ebenfalls neu im Team ist der Süßspeisen Chef  Jérome Chaucesse, Stabilitätsanker bleibt David Biraud, der bereits seit 1995 als Chef Sommelier im Crillon wirkt.

Jünger und frischer im Auftritt soll die neue Küche im Crillon werden. Wenige Wochen vor dem „Ambassadeurs“ hat bereits das „Obé“ unter seiner Leitung geöffnet und wer erlebt hat, wie bereits zum Lunch das im Art déco Stil eingerichtete Bistro-Restaurant kaum mehr freie Plätze zu bieten hat, wird optimistisch der Zukunft des noblen Ambassadeurs entgegen sehen. Der frische Küchenwind geht einher mit der neuen Leitung des Hauses durch seinen General Manager Luc Delafosse. In den letzten vier Jahren hatte das Crillon vier unterschiedliche Direktoren, so dass zu hoffen bleibt, nun wieder in ruhigerem Fahrwasser sich im Wettbewerb mit an die Spitze der Pariser Palasthotels etablieren zu können. Delafosse leitete bis 2001 das Ritz in London, anschließend das Burj al Arab in Dubai. Berühmt die endlos Liste der Stars und Sternen der vergangenen Jahrzehnte, die das Crillon zu ihrem Lieblingshotel auserkoren haben. KleinOb___2009_eric_Cuvillier__c__Paris_2009.jpgLeonard Bernstein hat sich bei seinem letzten Paris Besuch so wohl gefühlt, dass das Hotel eine seiner schönsten Suiten nach ihm benannte. Hier steht der Flügel, auf dem der große Dirigent eine seiner letzten Kompositionen fertigte. Legendär auch das Bild der frz. Fußballnationalmannschaft, die Ende der 90er Jahre auf dem Balkon des Crillon sich beim französischen Volk für deren Unterstützung bedankte und in den Mauern des historischen Palastes aus dem 18 Jahrhundert seinen Sieg feierte. Mögen dem Crillon auch künftig noch viele Anlässe zum Feiern beschieden sein.

Der Blick weist nach vorne und der frische Wind geht einher mit der neuen Leitung des Hauses durch seinen General Manager Luc Delafosse seit Anfang 2010. Allein in den letzten vier Jahren hatte das Crillon vier unterschiedliche Direktoren, so dass zu hoffen bleibt, sich nun wieder mit den neuen Perspektiven in ruhigerem Fahrwasser im Wettbewerb um die Spitze der Pariser Palasthotels etablieren zu können. Delafosse leitete bis 2001 das Ritz in London, anschließend das Burj al Arab in Dubai. Mit Christopher Hache als jungem Küchenchef zeigt Luc Delafosse, dass Innovationen in eine moderne, zeitadäquate Küche möglich sind, die sich auch dem Nachhaltigkeitsprinzip verpflichtet fühlt. Es werden neue Wege gesucht, die nicht den mitunter gefährlichen Pfaden der drei Sterne Küche folgen. Das aktuelle Management durch die Concorde Gruppe werde wohl aber mit dem neuen Eigentümer aus Saudi-Arabien an die Schweizer Kempinski Gruppe übertragen, Änderungen im Management des Hotels sind bereits angedeutet. Es bleibt zu hoffen, dass die bewährte Équipe vor Ort sich nicht einem erneuten abrupten Managementwechsel stellen muss. Mit dem Crillon würde Kempinski das erste Hotel der Gruppe in Frankreich übernehmen. Vor dem Hintergrund des zu wenig ausgewogenen Verhältnisses der Güte der Häuser im Portfolio der Gruppe, die international nicht immer mit den Spitzenhäusern mithalten können, sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Mögen dem Crillon auch künftig noch viele Anlässe zum Feiern beschieden sein.

airberlin fliegt mehrmals täglich nonstop von Berlin und Düsseldorf und zusätzlich von vielen weiteren deutschen Flughäfen per Umstieg nach Paris. Tickets gibt’s bereits ab 39,-€ (One Way- Komplettpreis inklusive Service und Meilen ab Deutschland). Buchung unter airberlin.com oder telefonisch unter 01805 737 800 (Deutschland), Österreich: 0820 737 800 (Österreich), 0848 737 800 (Schweiz).


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Information:

Hotel de Crillon
10, place de la Concorde
75008 Paris | France

Tel: +33 (0) 1 44 71 15 00
Fax: +33 (0) 1 44 71 15 02
www.crillon.com

www.lhw.com

www.airberlin.com



 

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