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Einmal im Leben: Stop-over beim Sultan, Jump-over zu den Kängurus

Autor: Text: Dr. Hans-Joachim Jürgens, Fotos: David Kirkland, The Empire, Marriott, Hunter Resort, Bridge Climb, TRAVELLERstyle international - Naher Osten
In Brunei sprudelt der Ölsegen, in Sydney sprüht das T­emperament
Obwohl Bill Gates vor ein paar Jahren den Sultan von Brunei von seinem Sockel als reichster Mann der Welt gestoßen hat, ist das Sultanat auf Borneo immer noch der Inbegrif­f feudaler Pracht, zumal ja der Microsoft-Erfinder kein vergleichbares Imperium anzubieten hat.
Wenn man standesgemä­ß mit der Business Class von Royal Brunei in die Hauptstadt Darussalam reist, wartet man auf den Begrüßungs-Champagner allerdings vergebens. Stattdessen gibt es Saft – als Einstimmung auf ein Land, in dem der Islam bis hinein in die Minibar herrscht.



Europäern wird es nachgesehen, wenn sie Wein oder Höherprozentiges im Duty Free Shop einkaufen und an Bord der Maschine oder im Hotelzimmer zu sich nehmen. Aber in Restaurants und Bars gibt es keinen Tropfen Alkohol. Als Entschädigung erwartet sie Luxus pur. Im Gästehaus des Sultans, „The Empire Hotel & Country Club“, stockt einem der Atem, wenn man die 55 m hohe Eingangshalle aus weißem Marmor betritt. Und das Wasser in den Bädern der üppig bemessenen Suiten fließt aus den sprichwörtlichen goldenen Wasserhähnen, die obendrein mit Achat besetzt sind. An Raum fehlt es in Brunei nicht. Selbst einfache Einzelhäuser sind großzügig dimensioniert, und es gibt weit und breit keine Wolkenkratzer. Taxis sind kaum vorhanden, und man vermisst sie auch nicht, da die Hotels Shuttles zur Verfügung stellen und Busfahrten sehr preiswert sind. Die Einwohner Bruneis sind jedoch noch aus einem anderen Grund beneidenswerte Geschöpfe. Sind sie doch in der komfortablen Lage, sich dank der sprudelnden Ölquellen vor ihrer Küste um Sozialversicherungen, hohe Benzinpreise und sonstige Misslichkeiten des europäischen Alltags keine Gedanken machen zu müssen.



Dafür müssen sie allerdings auf jegliche Art von Nachtleben verzichten, auf die Drinks ja sowieso, und das Freizeitangebot ist für einen Zwischenstopp in Ordnung, für längere Verweildauer recht eingeschränkt.
Der perfekt gepflegte 18-Loch-Golfplatz direkt am Hotel ist jedoch ein Highlight, und ein preisgünstiges obendrein: Die 18-Loch-Runde gibt es wochentags für umgerechnet 58 Euro. Und es ist ein wahrlich königlicher Platz, dem seine Hoheit hin und wieder die Ehre erweist. Ansonsten lebt der Herrscher hinter den hohen Mauern seines Palastes, dessen Tore sich nur zum Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan für die Bewohner öffnen. Die Insignien seiner Macht können jedoch in einem eigens dafür errichteten Museum besichtigt werden. Allerdings müssen Besucher sich ihrer Schuhe entledigen, wenn sie die Krone und den goldenen Thronsessel bewundern wollen. (Das Personal braucht nicht in Socken oder barfuß Wache zu halten.) Um sich die Insellage Bruneis auf der Insel Borneo bewusst zu machen, bedarf es nur eines Ausflugs in den Dschungel, der in unmittelbarer Umgebung der Hauptstadt beginnt.



Hier leben die vom Aussterben bedrohten und in Zoos nicht überlebensfähigen Proboscis-Affen, und am Ufer des Flusses geben Water Villages mit Pfahlbauten und Stegen einen Eindruck von dem Leben vor Einsetzen des Ölbooms.
Dass nicht nur Öl glücklich macht, erlebt man, wenn man zum Sprung nach Australien ansetzt und dort im Hunter Valley die Premiumwinzer besucht. Vor fast 200 Jahren wurden hier die ersten Reben angepflanzt. Ebenso wie alle Laub abwerfenden Bäume des Kontinents sind die Reben importiert worden. Auf dem ursprünglichen Terrain wuchsen hauptsächlich Eukalyptusbäume. Heute werden nahezu alle Obst- und Gemüsesorten kultiviert, was in erster Linie heißt: mit Wasser versorgt. Denn so wenig es ihnen an Sonne mangelt, das Wasser ist im Binnenland rar. Vom Flugzeug aus betrachtet, ist Australien ein brauner Kontinent. Jeder Quadratmeter Grün abseits der Küste und der Flüsse ist harte Arbeit. Beim Weinanbau wird bereits im Januar (das entspricht auf der Nordhalbkugel August) geerntet, und die meisten Weine kommen unmittelbar danach in den Handel. Alte Jahrgänge sind selten, so selten wie die für deren Lagerung erforderlichen Weinkeller. Fast alle Weingüter stehen den Besuchern zur Besichtigung und zur Weinprobe offen. Und man würde ja so gerne ganze Kartons mitnehmen, wenn nur der Weg nicht zu weit und so mühsam wäre.



Einen kurzen Weg zu den Weingütern und obendrein einen entspannten Aufenthalt verspricht die Tallawanta-Lodge, ein 4 1⁄2 Sterne-Boutique-Hotel inmitten weitläufiger Gartenanlagen und mit einem hervorragenden 18-Loch-Golf-Course in der Nähe. Der Vintage GC, gestaltet von der australischen Golflegende Greg Norman, besticht durch breite lange Bahnen, die sich nicht zu nahe kommen. Man hat schließlich Platz im Überfluss. Das finden die Kängurus, die hier zu Hause sind, übrigens auch. Wochentags ist die Runde mit umgerechnet 54 Euro zudem ein erschwingliches Vergnügen. Viele Bewohner Sydneys kommen am Wochenende ins Hunter Valley, um auszuspannen. Wir fuhren nach Sydney, um die Spannung zu genießen.



Wie dieser Genuss aussieht, kommt auf die Perspektive an. Die atemberaubendste ist das Bridge Climbing: Man klettert auf die Harbour Bridge und blickt vom Höhepunkt des Brückenbogens rundum über die Stadt. Da diese Attraktion inzwischen ein Touristen-Magnet ist, sollte man zeitig buchen und sich darüber im Klaren sein, was einen erwartet. Natürlich braucht man für den Aufstieg keine dreieinhalb Stunden, wie sie im Prospekt angegeben sind. Aber die Belehrung, die Einkleidung und das Verweilen auf der Brücke brauchen schon ihre Zeit. Aber auch wenn man keine Kamera mitnehmen, sich dem strengen Reglement unterwerfen und immerhin umgerechnet 100 Euro für die Tour zahlen muss, ist der Ausblick jeden Cent und jede Mühe wert. Und anstrengend ist das Climbing fürwahr nicht, nur schwindelfrei sollte man sein. Die erhabene Aussicht auf diese Stadt, die mit ihren vielen Buchten im Hafen und zum Meer über eine immense Küstenstruktur verfügt, ist unvergesslich. Gewiss, es werden auch Hafenrundfahrten und Flüge mit Wasserflugzeugen entlang der Küste angeboten. Aber das alles ersetzt nicht die Kletterpartie auf die 134 m hohe Brücke mit 360 Grad-Panorama. Um mit Sydneys Kulisse vor Augen einzuschlafen und am nächsten Tag wieder zu erwachen, wohnt am besten im Marriott Harbour Hotel. Dort gilt es allerdings aus dem 360 Grad-Panorama eine Wahl zu treffen: Blick auf die Harbour Bridge oder Blick auf die Oper?



Wer nach den großen Überblicken ins Detail gehen möchte, kann das wunderbar während einer Radtour machen. Sydney ist, anders als New York oder London, eine Stadt, in der man keine Angst um Leib und Leben zu haben braucht, wenn man sie strampelnd erkundet. Wem das Radeln zu anstrengend ist, der lässt sich auf einer Harley Davidson fahren – etwas lauter, aber auch etwas schneller. Start der City Bike Tour ist die legendäre Oper mit ihrem Konzertsaal, dem Opernhaus und den Sprechbühnen, auf denen prominente Schauspieler wie Mel Gibson und Nicole Kidman sich einst ihre Sporen verdienten. 14 Jahre dauerte es, bis alle behördlichen Widerstände gegen diesen architektonischen Superlativ beseitigt waren. Heute ist die Oper das Wahrzeichen der Stadt. Eine Attraktion ganz anderer Art ist das Sydney Aquarium in Darling Harbour. Hier kann man durch gläserne Besucherröhren spazieren und dabei furchtlosen Blickkontakt mit Haien aufnehmen.



Wo heute Touristen aus aller Welt flanieren, landeten einst englische Kolonisten, um sich ihrer Strafgefangenen zu entledigen. An die frühen Tage der Kronkolonie erinnert ein Streifzug durch Sydneys ältestes Stadtviertel The Rocks. Der Weg führt am Cadman’s College, dem ältesten Haus Sydneys vorbei, er bietet aber auch viele Gelegenheiten, in die Gegenwart zurückzukehren. Die Bars und Restaurants sind durchweg sehr cool, sehr angesagt und sehr gut besucht. Und nachdem sich die Sonne urplötzlich verabschiedet hat, gehört das Viertel bis in die Nacht hinein der jungen, leicht bekleideten Spaß-Gesellschaft, die sich am nächsten Morgen schon wieder am Bondi-Beach zum Surfen trifft. Mittags kehrt man in „Nick’s Seafood“ ein, wo für zwei Personen auf dreistöckigen Tellern ein „Best of“ von Fisch und Meeresfrüchten mit Chips und Salat serviert wird. Sonntags lockt der Bondi-Markt, wo es Second Hand-Mode, Souvenirs und viel Kurioses zu entdecken gibt. So wird sogar eine Massage inmitten des Markttreibens angeboten. Irgendwann müssen ja auch die nimmermüden Sydney-Sider entspannen!


Infos
Brunei Darussalam
ist ein kleines ölreiches Sultanat an der Nordküste der Insel Borneo, Nachbarn sind Malaysia und Indonesien.
Größe: 5765 qkm
Einwohner: 372000; in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan leben 65% der Bevölkerung
Sprache: Malaiisch, Englisch
Währung: 1 Brunei Dollar (B$)
entspricht ca. 0,51 Euro (€)
Einreise: Gültiger Pass, kein Visum erforderlich bei Aufenthalten unter 30 Tagen
Brunei ist frei von Malaria und anderen Tropenkrankheiten.

Hotel-Tipp:
The Empire Hotel & Country Club
Preise in Brunei Dollar (B$) pro Raum und Nacht plus 10 % Service
Zimmer: von 523 B$ bis 665 B$
Suiten: von 798 B$ für die Junior-
bis 24200 B$ für die Emperor Suite
Golf Greenfee: Mo – Do 115 B$
Fr –So 150 B$
Informationen unter:
www.theempirehotel.com
Das Hotel kann auch mit dem Flug gebucht werden.

Sheraton Utama Hotel
Zimmerpreise von 240 bis 1020 B$
www.sheraton.com/utama

Sightseeing-Tipp:
Von Golden Touch Holidays werden eine Vielzahl geführter Touren mit Transfer Hotel / Flughafen angeboten, die empfehlenswert sind z.B.
City und Water Village
Dauer: ca. 4 Stunden, 118 B$
Proboscis Monkey Tour
Dauer 3 Stunden, 100 B$ jeweils pro Erwachsener, Kinder zahlen ca. 25 % weniger.
Buchungen:
Spätestens 3 Werktage vor Abflug
www.royal-brunei.de
oder www.bruneiair.com

Restaurant-Tipp:
I-Lotus Restaurant
Sehr gute und preiswerte chinesische Küche, ein Menu mit Getränken kostet z.B. 25 B$
No 20, Simpang 12-26, Kg Rimba
Jln Tungku Link Brunei Darussalam
www.ilotusrestaurant.com



Australien
Kontinent auf der Südhalbkugel der Erde mit einer Tropenzone im Norden des Landes und gemäßigtem Klima im übrigen Teil, wie in New South Wales, dort ist von September bis November Frühling, von Dezember bis Februar Sommer, von März bis Mai Herbst und von Juni bis August Winter.
Sprache: Englisch
Währung: 1 Australien Dollar (AUD) entspricht ca. 0,60 Euro (€)
Einreise: Gültiger Reisepass, Visum oder Electronic Travel Authority (ETA) gilt 12 Monate und berechtigt zum mehrmaligen Ein- und Ausreisen. ETA ist gegen Bearbeitungsgebühr erhältlich entweder über die Website der australischen Regierung oder über Fluggesellschaften und Reisebüros.
www.tourism.nsw.gov.au

Ausflugstipp:
Hunter Valley
In den Weingütern von Australiens ältester Weinregion, 2 Autostunden nördlich von Sydney in New South Wales gelegen, kann man die Spezialität Semillon probieren, einen leichten, frischen Weißwein mit Zitronenduft.
Am besten den “Visitors Guide” beim Hunter Valley Wine Country Visitors Information Centre anfordern
www.winecountry.com.au
info@winecountry.com.au
Hier findet man Unterkünfte, Restaurants, Weingüter, Golfplätze, Spas, Touren und Events.

Szene-Tipps Sydney:
Sydney Harbour Marriott Hotel
30 Pitt Street, in der Nähe vom Circular Quay zentral gelegen,
www.marriott.com/sydmc
sydney.reservations@marriotthotels.com

Nick`s Bondi Beach
Bondi Beach Pavilion
www.nicks-seafood.com.au

Aqua Dining, Milsons Point
ambitionierte Küche mit Blick auf die Harbour Bridge
reservations@aquadining.com.au

Bars am Circular Quay
Bridge Bar, Opera Quay, Cruise Bar, Passenger Terminal

Sightseeing-Tipps Sydney
Captain Cook Cruise
CircularQuay;
www.captaincook.com.au
z.B.: 1,5 stündige Hafenrundfahrt
incl. Mittagessen für 59 AUD

Bridge Climb
5 Cumberland Street
www.bridgeclimb.com
3,5 stündiger Bridgeclimb incl. Gruppenfoto kostet
Mo-Fr 165 AUD, Sa+So 185 AUD

Bonza Bike Tours
www.bonzabiketours.com
tours@bonzabiketours.com
Halbtagestouren mit Führung zu 70 bzw. 100 AUD oder Bike zur Miete zu 55 AUD pro Tag
Buchtipps Sydney

Wie Sydney tickt
Wenn ein australischer Schriftsteller aus seiner Wahlheimat New York nach Sydney zurückkehrt, verspricht sein Blickwinkel anders auszufallen, als wenn ein Europäer erstmalig in Sydney ist. Und dieses Versprechen hält Peter Carey. Zum einen ergeben sich dadurch Einblicke in die Mentalität der Bewohner, die der unbedarfte Reisende naturgemäß nicht erkennt. Zum anderen befrachtet Carey sein Werk mit persönlichen Erinnerungen, an denen aus touristischer Sicht nichts Interessantes zu entdecken ist. Spannend sind die Geschichten rund um die Entstehung des grandiosen Opernhauses, die Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Strafkolonie und der daraus entstandene „way of life“.
Peter Carey
Gebrauchsanweisung für Sydney
210 S., Piper Verlag, 12,90 Euro

Australien in der Tasche
Wie stellt man auf knapp 200 Seiten einen ganzen Kontinent vor? Merian gelingt das mit kompakten Beschreibungen der wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten, mit ausgewählten Touren, Tipps zum Übernachten, Shoppen und Essen sowie einem komprimierten Informationspaket mit nützlichen Adressen und ein wenig Geschichte. Wer mehr will: Bitteschön! Überall verweisen Internetadressen auf weiterführende Informationsquellen.
Merian live! Australien, 192 S., Merian-Verlag, 10,95 Euro

Text: Dr. Hans-Joachim Jürgens
Fotos: David Kirkland, The Empire, Marriott, Hunter Resort, Bridge Climb
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