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Peninsula Paris - Das erste Hotel der Luxuskette eröffnete erfolgreich in Europa

Autor: Text: Dr. Frank Sistenich, Fotos: promo, TRAVELLERstyle international - Europa: Westeuropa

„Ein ernster Tag, ein großer Tag, ein heiliger Tag!“ Die Worte des Herrn von Faninal gleich zu Beginn des zweiten Aktes des „Rosenkavaliers“ von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal zu seiner Tochter Sophie, die an den Baron Ochs auf Lerchenau vermählt werden soll, sind zu jener Zeit entstanden, als in Paris sich ebenfalls Großes anbahnte: Der Bau des berühmten Hotel Majestic, das 1908 seine erste Eröffnung erlebte. Strauss arbeite noch an seiner „Elektra“ und der österreichische Dichter widmete sich bereits der Komödie für Musik, die der beiden erfolgreichstes Stück werden sollte (Premiere war Ende Januar 1910 in Dresden).  Doch wie sehr erinnert die Szene im Palais des Herrn von Faninal an die Wiedereröffnung des Hotels im Rahmen der Expansionsstrategie von Peninsula.

Kleber_Entranceklein.jpgZwei Jahre, von 1906 bis 1908, dauerte die Erbauung, viereinhalb die grundlegende Sanierung bis zu diesem Sommer. Mit einem Investitionsvolumen von über 900 Millionen Euros ist das Haus an der avenue Kléber mit seinen 200 Zimmern und Suiten das teuerste Hotel der Welt pro Zimmer geworden. Bereits die Lobby oder das Entrée über die Terrasse lassen keinen Zweifel an der Absicht der Investoren aus Katar und den Ambitionen von Peninsula, sich im hart umkämpften Markt der Pariser Luxushotellerie zu etablieren. Die implementierte Technik im Haus (Eigenentwicklung von Peninsula) ist die modernste der Stadt, der Pool im Spa mit beinahe semi-olympischen Maßen der größte dazu. Ja, hier ist alles Gold, was glänzt, und es glänzt recht viel.

Grosse Historie vor Ort

Historical___Exterieurklein.jpgViele Jahrzehnte schlummerte der Palast in seinem Dornröschenschlaf, da vor dem zweiten Weltkrieg (1937) das französische Außenministerium als neuer Besitzer einzug und das Haus nach dem Krieg als Konferenzzentrum nutze. Ab den 1990er Jahren wurden aber die Ansprüche an solche Locations derart hoch, dass Investitionen gescheut wurden, um den state oft the art zu erhalten. So wechselte dann vor wenigen Jahren das Haus erneut seine Besitzer und konnte seinem angestammten Verwendungszweck durch eine umfassende Rekonvertierung wieder zugeführt werden. Ab diesem Sommer heißt es nun also wieder „soyez bienvenue“, die Toren stehen weit offen und das Haus hat unglaublich viel zu bieten.

Historical___Terraceklein.jpgDabei zeigt ein Blick in die Geschichte, dass bereits in den frühen Jahren der Zuspruch groß gewesen sein muss. Denkwürdig der 18. Mai 1922, als zum ersten und einzigen Mal Marcel Proust und James Joyce, die beiden bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts, zu einem Essen zusammen trafen. Es war ein Gipfel der damaligen Kunstwelt, auch Picasso als Maler und Strawinsky als Komponist waren zugegen. Im Mai 1928 komponierte George Gershwin hier den Blues-Part von    „Ein Amerikaner in Paris“, die Autos mit ihren Hupen am in Sichtweite gelegenen Art de Triomphe hätten ihn inspiriert, so der Amerikaner. Ein anderes historisches Datum war der 27. Januar 1973, als Henry Kissinger als amerikanischer Außenminister vor Ort, im Rahmen der Räumlichkeiten des Außenministeriums,  den über vier Jahre lang ausgehandelte Friedensvertrag mit Vietnam unterzeichnete. In dem holzgetäfelten Raum ist heute die Bar Kléber etabliert.

Dachrestaurant L'oiseau blanc

Katara_Suite_Terrace.jpgÜber 70 Jahre sind nun seit der Schließung des damaligen Hotels vergangen und die lange Zeit der Renovierung ist dem neuen Hotel prächtig bekommen. Das Haus verfügt mit seinen 5 Dachsuiten als einzigem der Pariser Luxushotels über einen direkten Zugang zum Himmel. Da fällt es schwer, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Wer sich die Prachtsuiten nicht leisten kann, findet Platz auf der Dachterrasse der Bar und des einmalig schönen Restaurants „L’oiseau blanc“, einer historischen Referenz an den ersten, wenn auch gescheiterten, Versuch einer Atlantiküberquerung von Frankreich aus. Damals hatte man die Winde der Erdumdrehung unterschätzt, die nun mal ostwärts verläuft und damit regelmäßig Gegenwind produziert. Erst Charles Lindbergh hat es von Amerika aus wenig später geschafft und schrieb Geschichte. Eine gelungene Replik des „Weissen Vogel“ hängt über dem Innenhof des Hotels direkt vor den Augen der Restaurantgäste.

Lobby_1.jpgDer Blick von hier aus fast über tout Paris ist nicht nur einmalig schön, sondern auch einmalig selten. Die Küche ist exzellent schon vom ersten Tag an und bereits nach 2 Wochen haben sowohl die Bar wie auch das „L’oiseau blanc“ ihre Pariser Stammkundschaft aus dem 16. Arrondissement.

Kantonesische Küche im Lili

Neben dem imposanten Frühstücksraum, wo zum Nachmittag mit Jazzband ein High Tea zelebriert wird und direkt hinter dem Terrassenentrée gelegen, befindet sich das dritte Restaurant im Hotel. Mit der kantonesischen Küche des „LiLi“ verneigt sich die Kette vor ihrem asiatischen Stammsitz in Hong Kong. Eine hervorragende und strategisch kluge Entscheidung, herrscht doch in Paris nun wahrlich kein Mangel an Restaurants, sehr wohl aber an exzellenter chinesischer Küche. Vorsicht: mit dem Chinarestaurant Boom im Europa der 80er Jahre hat die Küche nicht im Mindesten etwas zu tun. In allen Restaurants ist bereits kurz nach Eröffnung dringend eine Reservierung zu raten, die Pariser sind eben neugierig auf neue Restaurantalternativen.

L_Oiseau_Blanc_Terrace.jpgProust und Joyce hatten sich bei ihrem einzigen meeting nicht sonderlich verstanden. „Er hat praktisch alle meine Fragen mit einem kurzen ‚Nein‘ beantwortet, so Joyce über seinen Kollegen. Vorwiegend soll sich die Konversation um Alltagswehwechen gedreht haben: „Meine Augen sind furchtbar“ so Joyce, „Mein armer Magen bringt mich um“, daraufhin Proust. Wie schön, dass von beiden Herren literarisch noch andere Dinge überliefert sind.

Premier_Room.jpgZu seiner Gründung verfügte das Haus über 400 Zimmer, nunmehr sind es 200 inklusive der Suiten. Die Ansprüche haben sich über die Zeit geändert, Joyce und Proust hätten nicht einmal von Badezimmern zu träumen gewagt, wie sie hier im neuen Peninsula zu finden sind. Aber beide waren seinerzeit ja auch bloß zum Essen vor Ort geladen. Das imposante Haus wird für längere Zeit das einzige der Kette in Europa bleiben, ein zweites ist für London vorgesehen, aber nicht vor 2020 terminiert. Wer also einmal in die Welt der Peninsula Hotels schnuppern möchte, ohne gleich in den fernen Osten oder nach Amerika zu reisen, dem steht mit Paris die denkbar schönste Alternative offen.

Deluxe Suite BathroomkleinPENklein_1.jpgSophie im „Rosenkavalier“ braucht ihren Baron nicht zu heiraten, sie bekommt den jungen Octavian. „Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein…“ beginnt ihr Schlussduett zum Finale des dritten Aktes. Im Peninsula Paris ist Vieles Wirklichkeit geworden, was sich der oder andere bei dem aufwendigen, kostspieligen und langwierigen Sanierungsprozess bislang allenfalls zu erträumen gewagt hat.

Information:
www.peninsula.com


 

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