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Insel La Réunion: Golf unter dem Vulkan

Autor: Text: Hans-Peter Kregelius, Fotos: Hans-Peter Kregelius, GOLFstyle - Afrika

Insel der Kontraste und mit drei Plätzen ein lohnendes Ziel für Golfer


Für mich ist es immer wieder wie ein kleines Wunder, das die Seefahrer im 17. ­Jahrhundert vollbracht haben, wenn sie nach der Umschiffung des Ka­ps der guten Hoffnung im riesigen sich öffnenden Indischen Ozean ein kleines Eiland wie „Bourbon“ finden konnten. Aber es ist ihnen immer wieder gelungen und so ist die Insel seit knapp 370 Jahren bewohnt und heute ein überaus attraktives Ziel für urlaubsreife Mitteleuropäer.
Das Schiff „Saint Alexis“ erreichte am­ 29. Juni (Namenstag des Hl. Paul) 1638 die Insel Bourbon, und der an dieser Stelle entstehende Ort erhielt seinen Namen nach dem heiligen Tag. 100 Jahre war St. Paul Hauptstadt von Bourbon, bevor es abgelöst wurde von St. Denis. 1803 wiederum wurde der Name der Insel in La Réunion (Vereinigung) geändert, als Hommage an den Zusammenschluss der beiden Revolutionsarmeen aus Marseille und Paris, die es Ende des 18. Jahrhunderts geschafft hatten, die Monarchie in Frankreich zu beenden.




Natur und „Kultivierung“ durch Menschen haben zu einer grandiosen Vielfalt der Flora geführt. Da sind zum einen die grünen und überaus fruchtbaren Landschaften in den drei „Cirques“ (Talkessel) im Inneren der Insel mit ihren Höhenlagen bis 3069 Metern sowie im Norden und Nordosten, wo Zuckerrohr und Vanille prächtig gedeihen. Zum anderen die weißen oder schwarzen Sandstrände entlang der relativ dicht besiedelten Küste im Norden, Westen und Süden. So vielfältig wie die Pflanzenwelt ist auch die Mischung, die Réunions „Regenbogen“-Bevölkerung ausmacht. Franzosen, Afrikaner, Madagassen, Inder, Tamilen, Chinesen, Mahoraner, Komorianer haben sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts angesiedelt.
Von St. Paul führt eine Bergstraße durch endlose Zuckerrohr- und ab etwa 1000 Höhenmetern Geraniumfelder zum „Piton Maido“. Von diesem Aussichtspunkt blickt man hinab in den „Cirque de Mafate“, der seinen Namen einem ehemaligen Sklaven verdankt, der im 18. Jahrhundert in die Berge geflohen und dort sesshaft geworden ist.




Mafate war dort sehr sicher aufgehobe­n, denn es führten keine Wege in dieses weite Tal. Das ist auch heute noch so, die etwa 700 Menschen, die in den zehn Dörfern dieses „Cirques“ ständig leben, müssen ihre Besorgungen zu Fuß oder mit Hubschraubern erledigen.
Der „Cirque Salazie“ wartet mit den spektakulärsten Naturschönheiten auf. Zahlreiche Wasserfälle stürzen von den Bergwänden herab, die bekanntesten sind der „Voile de mariée“ (Brautschleier) und der „Trou de fer“ (Hufeisenloch). Das war der faszinierendste Moment beim – unbedingt zu empfehlenden – Rundflug mit dem Hubschrauber über die Insel. In Tom-Cruise-Manier düste unser Pilot Christian Donoscimiento in den Canyon hinein, schwenkte den Flieger knapp an den steilen Wänden links und rechts entlang, um ihn dann im kreisrunden Herzstück des Canyons entlang der Wasserfälle peu à peu nach oben zu schrauben.


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Sensationelle E­mpfindungen rauschten in d­iesen fünf Minuten durch den Körper: Lustangst, überbordende optische Eindrücke und die grenzenlose Erleichterung, als wir endlich wieder ganz oben und aus der Enge heraus waren.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Flug über den 2600 Meter hohen Vulkan „Piton de la Fournaise“. Die beiden aktiven Krater, „Bory“ und „Dolomieu“ spucken regelmäßig ihre hellrot gleißende Lava aus, die jedoch zumeist in der näheren Umgebung erkaltet. Große Ausbrüche, bei denen sie bis hinunter ins Meer strömte, gab es zuletzt 2001 und 2004.




„Cilaos“ ist der größte der Cirques. Er ist nur über die N 5 von St. Louis im Süden erreichbar, jedoch deswegen einen Tagesausflug wert, weil dort drei Thermalquellen sprudeln, das be-liebteste réunionische Mineralwasser mit Kohlensäure von dort kommt und außerdem der réunionische Wein. Sowohl roten als weißen und Rosé gibt es und er ist in die Kategorie „halbtrocken“ einzuordnen. Sollte man auf jeden Fall probiert haben, es ist schließlich der südlichste französische Wein.
Im „Garten der Parfüms und Gewürze“ bei St. Philippe, ganz im Südosten von La Réunion, findet der Besucher tiefsten Dschungel mit ungezählten exotischen Pflanzen und stellenweise duftet es wirklich atemberaubend. Orchideen, Farne und Moose, aber auch Bäume bilden eine üppige, tropische Vegetation auf einem 800 Jahre alten Lavastrom. Palmen dienen als Wachstumshilfe für Vanille; Kardamon und Zimtbäume gibt es ebenso wie Parfümpflanzen – Geranium, Vetiver, Ylang-Ylang und zahlreiche mehr. Wer sich den Weg bis dorthin schon gemacht hat, sollte unbedingt noch ein Stückchen weiter fahren, bis zum „Pointe de Table“. Es ist die wohl eindrucksvollste Stelle, an der einst Lava auf das Meer traf und erkaltete. Sie bildet eine kilometerlange, etwa 50 Meter breite und zehn Meter hohe Barriere für die Wogen des Indischen Ozeans, die sich mit ungestümer Kraft dagegen werfen, aber – natürlich – den Kampf verlieren und sich in schöner Regelmäßigkeit in Abermilliarden feine Gischtperlen auflösen.



Der kleine Bootshafen von St. Gilles les Bain an der Westküste ist Ausgangsort für zahlreiche ozeanische Aktivitäten. Tiefseefischen habe ich mitgemacht, es war große Klasse. Einen ganzen Vormittag waren wir mit der „Abaco“ draußen auf hoher See. Der Fang war zwar eher mäßig, drei Thunfische haben wir mit Hilfe von Stephane, dem jungen Fischer an Bord, dem Meer entrissen, aber einfach so stundenlang im hohen Wellengang rumzuschippern, war unglaublich entspannend.



Hotels
Das Hotel „Boucan Canot“ hat mir sehr gut gefallen, es liegt ideal, rund 45 Minuten südwestlich von St. Denis, auf einer Lavazunge direkt am Meer mit Sandstrand und Klippen, oberhalb davon der Pool. Die Zimmer sind ausreichend groß und nett eingerichtet, Toilette ist separat und im Bad gibt es sowohl Wanne als auch geflieste Duschnische. Die Küche ist eher französisch orientiert. Entsprechend seiner exponierten Lage hat man stets das Gefühl, einer der Brecher könnte im nächsten Moment ins Zimmer rauschen. Ich mag das Brandungsgeräusch und habe sehr gut geschlafen.
Deutlich ruhiger geht es in den „Villas du Lagon“ zu. Das Resorthotel liegt direkt an der Lagune hinter dem 25 Kilometer langen Korallenriff, das dem Hotelstrand etwa 300 Meter vorgelagert ist. Die Villen sind in kreolischem Stil gebaut, das heißt aus Holz und mit großen überdachten Veranden. Drei Restaurants gruppieren sich um den riesigen Pool und allen Sport, der mit Wasser zu tun hat, bietet der „Beach Club“ an. Für Golfer ist das Hotel insofern interessant, als es den Golfplatz Bassin Bleu erworben hat, einen kostenlosen Shuttleservice dorthin anbietet und seine Gäste dort unter der Woche greenfeefrei spielen können.




Die Golfplätze
Der Golfplatz Bourbon im Süden der Insel macht Spaß. Die ersten neun Löcher wurden 1969, die zweiten zwanzig Jahre später angelegt. 2007 wird ein Links Course mit weiteren 18 Löchern dazu kommen. Das Greenfee ist mit 42 € eher moderat zu nennen, man kann den Platz gut zu Fuß bewältigen und die annähernd 1100 Mitglieder des Clubs spielen gerne auch mal mit Fremden. Den Platz findet man leicht, wenn man von Westen kommt. Zwischen Etang Sale gibt es ein weißes Schild direkt an der N 1, das zum Golfplatz weist: „Le Golf“. Auf der kleinen Landstraße geht es eine Weile bergab bis zu einer Unterführung unter der N 1. Direkt danach links abbiegen Richtung Crocodile Farm, dann sind es noch etwa 100 Meter bis zur Einfahrt ins Clubgelände.

Der Platz des GC Colorado liegt weit oberhalb der Hauptstadt St. Denis und ent-sprechen grandios sind die Blicke hinunter auf Meer und Stadt. Es ist ein stetiges Auf und Ab, die Höhenunterschiede sind teils beträchtlich. Für nicht ganz Fitte empfiehlt es sich daher, ein Cart zu mieten. Es gibt ein paar wirklich interessante Aufgaben auf dem 9-Loch-Kurs wie das 7., da muss der Abschlag über einen breiten „Ravine“, ein Flussbett, das jedoch die meiste Zeit des Jahres trocken ist. Sehr interessant ist der stetig wehende Wind, der kluges Spiel erfordert. Man erreicht den Platz über eine Serpentinenstraße, die an einem Kreisverkehr der N 1 kurz vor (von Süden kommend) St. Denis rechts abgeht und muss dann im Ort La Montagne auf den Abzweiger nach links „Colorado“ achten.
Greenfee: 38/38 €, Cart 30/30 €

Der Platz des Golf & Country Clubs von Bassin Bleu liegt 400 Meter hoch droben am Berghang mit Blick hinunter auf St. Gilles. Er ist seit Mitte August 2005 wieder offen, nachdem er 14 Monate gesperrt war und ganz neu aufgebaut wurde. Grüns und Abschläge wurden erneuert, einige Bunker neu gebaut, andere zugeschüttet. Vor allem aber bekam der Club ein neues Clubhaus, das im Endausbau mit Pool und drei Tennisplätzen direkt nebenan den Country Club perfekt macht. Der Platz macht Spaß, führt durch einige schöne Landschaftsteile, seine alten Eukalyptusbäume kommen immer wieder als Hindernisse ins Spiel, und auch hier ist es die Aussicht, die ihn etwas ganz Besonderes sein lässt.


Die Anfahrt ist recht einfach. Von der N 1 nach St. Gilles les Haut abbiegen und dann bergauf bis durch den Ort St. Gilles hinauf. Kurz nach dem Dorf geht es gut beschildert rechts ab in die Rue Mahatma Gandhi, der man bis zur Einfahrt ins Clubgelände folgt.
Greenfee 60/60 €, Cart 35/35 €

Die 2515 Quadratkilometer große Insel La Réunion im Indischen Ozean bildet mit Mauritius und Rodriguez die Inselgruppe der Mascarenen. Sie ist das südlichste der vier Überseedepartements Frankreichs, fast 10.000 Kilometer von Paris entfernt. Hauptstadt der rund 750.000 Bewohner ist St. Denis im Norden, dorthin führen auch sämtliche Flüge aus Europa.

Offizielle Sprache ist französisch, wobei kreolisch weit verbreitet ist, bezahlt wird mit Euro.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich vom Tourismus, zweitwichtigster Erwerbszweig ist die Zuckerrohr-Industrie, in der noch rund 20.000 Menschen arbeiten. Die hat jedoch große Probleme, weil z. B. Kuba viel billiger produziert und zunehmend Maschinen für die Ernte eingesetzt werden. Daher hohe Arbeitslosigkeit (35%!).

Zeitunterschied: In unserem Sommer zwei, im Herbst und Winter drei Stunden.

Durchschnittstemperaturen: Mai – November (Winter) 25°, Dezember – April (Sommer) 31°

Air France fliegt täglich ab Paris Orly. Man startet abends und ist nach elfstündigem Flug gegen 9 Uhr Ortszeit am nächsten Morgen in St. Denis.

Weitere Infos
Fremdenverkehrsbüro
der Insel La Réunion
c/o Maison de la France
Zeppelinallee 37
D-60325 Frankfurt/Main
Tel.: 0049 (0) 69/97 59 04 94
Fax: 0049 (0) 69/97 59 04 95
insel-la-reunion@franceguide.com
www.la-reunion-tourisme.com


Text: Hans Peter Kregelius
Bilder: Archiv Kregelius
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