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Kenia: „Hakuna matata“

Autor: Elsa-Maria Honecker, GOLFstyle - Afrika
Kenia besitzt über 90 Golfplätze. Gut die Hälfte befinden sich jed­och auf Farmland und sin­d in Privatbesitz. Oft haben sie nur einige Löcher, manifestieren aber deutlich die starke Verbundenheit des Landes mit Golf als Erbe der britischen Kolonialherrschaft. Immerhin­ 39 Golfplätze, davon zwölf 18-Loch­-Plätze, stehen dem golfenden Kenia-Besucher offen. Die touristisch attraktivsten konzentrieren sich in Mombasa und rund um Nairobi.
„Hakuna matata“, das geflügelte Liebl­ingswort aller Kenianer, kommt erst nach der Zollkontrolle im Flughafen von Mombasa zum Einsatz. Vorher ist ein stattlicher Offizier in einer farbenprächtigen Paradeuniform zu passieren, der akribisch jedes Gepäckstück einzeln öffnet. Golfbags in dicken Reisecovern gehören zu den von ihm bevorzugten potenziellen Schmuggelverstecken.




Dann, in der quirligen Ankunftshalle, setzt das volle „hakuna matata“-Gefühl ein. Eine strahlend saubere, aber viel zu kleine Limousine wartet auf die Golfer samt Gepäck und den sperrigen Travelbags. Spätestens jetzt lernt der Reisende, dass das ständig gemurmelte Lieblingswort „hakuna matata“ mit dem englischen „no problem“ gleichzusetzen ist. Geduldig nimmt er im Wagen Platz, während eilfertige Hände immer neue Versuche starten, Gepäck und Travelbags in die Limousine zu schlichten.

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Auf der Fahrt an die Südküste von Mombasa überquert die Likoni-Fähre einen breiten Meeresarm. Qualvolle Enge herrscht an den Anlegestellen und auf der Fähre. An die tausend Menschen und unzählige Fahrräder, hoch bepackt mit Waren aller Art, drängen aus dem übervölkerten Vorort Likoni nach Mombasa Island. Entlang der Straße reihen sich Wellblechhütten, vor denen Kinder spielen. Frauen tragen Wasser in Eimern auf den Köpfen herbei, denn viele Häuser sind ohne Strom und Wasser.

Weiter südlich trifft die Küstenstraße auf das türkisblaue Meer und die breiten Sandstrände von Diani Beach. Hier hat in den sechziger Jahren der Münchner Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Meister seine Vorstellung eines Urlaubsparadieses realisiert. Auf einem zehn Meter hohen Korallenriff liegt das Leisure Logde Golf & Beach Resort direkt über dem Meer. In der tropischen Gartenanlage gruppieren sich locker Villen um mehrere Pools. Direkt dahinter schließen sich die 18 Löcher des Leisure Lodge Golf Courses an. Breite Fairways laden ein zum bedingungslosen Drive, die Grüns sind leicht erhöht und von zahlreichen Sandbunkern gut verteidigt. Im feucht-heißen Klima müssen die Grüns zweimal täglich gemäht werden, dennoch sind sie erfreulich langsam und treu. Beim Lesen der Grüns hilft der Caddie, der meist ein Single-Handicap spielt. Und wenn ein Ball im tiefen Wasser verschwindet, tröstet er mit einem herzlichen „hakuna matata“.





Auch im Nyali Golf &­ Country Club an der Nordküste von Mombasa warten über 80 Caddies auf die Spieler. Sie sitzen im Schatten und schwatzen über Golf, ihre Familien und das Leben im Allgemeinen. Die Spielbahnen zeichnen sich durch viele Doglegs aus. In den Bäumen knackt und raschelt es, ganze Familienclans von Meerkatzen toben durchs Gehölz. Frech hocken sie auf den Fairways und lassen sich von keinem Ball erschrecken. Obwohl der Platz an der Küste liegt, verwehrt ein dichter Mangrovengürtel den Blick auf die Wellen. Jedoch streicht der Wind vom Meer über den Platz und sorgt für Kühle.

Wind spielt im hochgelegenen Nairobi keine Rolle. Auf durchschnittlich 1500 Höhenmeter bleibt es ganzjährig bei angenehmen 20 Grad. Gut 15 km von Nairobi entfernt entwarf 1992 der Ire Tom Macauley den Windsor Golf & Country Club. Auf dem Gelände einer früheren Kaffeeplantage schmiegen sich 18 Spielbahnen sanft in die hügelige Landschaft. Tropische Bäume, dicht bevölkert mit über 200 Vogelarten, und üppige Kaffeebüsche säumen die Fairways. Auf dieser Höhe gewinnt jeder Schlag deutlich an Länge. Was nicht immer von Vorteil ist, denn oft kommt der Ball in einem der 72 Bunker zur Ruhe. Nach der Runde lockt das Clubhaus im viktorianischen Stil mit köstlich duftendem Kaffee, frisch gepflückt auf der nahen Kaffeeplantage.




Kaffee war ihre Leidenschaft, und entgegen aller Ratschläge baute sie diesen in einer Höhe von über 2000 Meter an. Die Rede ist von Karen Blixen, die unter dem Pseudonym Tania Blixen „Jenseits von Afrika“ schrieb. Die beschriebene Farm überließ sie der Kenya Estate Company, die 1937 zunächst einen 9-Loch-Platz auf dem Farmland eröffnete. Heute weist der Platz 18 Löcher auf und zählt zu den beliebtesten Plätzen Kenias. Er ist dicht bewaldet und viele der Silbereichen wurden noch von Karen Blixen gepflanzt. Ein Bewässerungssystem sorgt für üppiges Wachstum. Manchmal so üppig, dass schon das Semirough zum Problem wird. Am Wochenende ist der Karen Country Club beliebtes Ausflugsziel aus dem nahen Nairobi. Stolze 3000 Mitglieder zählt der Club, doch nur 800 spielen Golf. Viele Familien sind „social members“, die Swimmingpool, Tennisplätze oder eines der drei Restaurants genießen.




Der Grundstein für die golferische Entwicklung des Landes wurde bereits 1906 mit dem Royal Nairobi Golf Club gelegt. Auf kleinster Fläche wurden zunächst 9 Löcher untergebracht, die 1927 auf 18 Spielbahnen erweitert wurden. Der Platz bietet einen Ausblick auf die nahen Ngong-Berge und zählt aufgrund seiner zentralen Stadtlage in einem Villenviertel zu den Top-Plätzen.




Der zweite im Reigen der Altehrwürdigen ist der Muthaiga Golf Club mit seiner Grundsteinlegung von 1912. Er liegt am Stadtrand von Nairobi in einem dichten Waldgebiet. Alter Baumbestand und buschige Sträucher kommen an jedem Fairway ins Spiel. Die höllisch schnellen Grüns sind der besondere Stolz der Greenkeeper in Muthaiga.
Stolz sind die Caddies auch auf ihr Land, das so viele unterschiedliche Golfplätze bietet.
Und sollte ein Abschlag danebengehen und gerade noch den Ladies-Abschlag erreichen, hilft auch hier ein leises „hakuna matata“.

Karen Country Club
18 Löcher, Par 72, 6203 m
16 km östlich von Nairobi/Ngong Forest
P.O. Box 24817, Karen
Tel.: +254 2 882801
Fax: +254 2 884088
www.karencountryclub.org


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Muthaiga Golf Club
18 Löcher, Par 71, 6105 m
Kiambu Road
P.O. Box 41651, Nairobi
Tel.: +254 2 762414
Fax: +254 2 761268
Leisure Lodge Beach and Golf Resortv 18 Löcher, Par 72, 6084 m
Mombasa Südküste/Diani Beach
P.O. Box 84383, Mombasa
Tel.: +254 040 3203624
Fax: +254 040 3202046
www.leisurelodgeresort.com

Nyali Golf & County Club
18 Löcher, Par 71, 4912 m
Mombasa Nordküste
P.O. Box 95678, Mombasa
Tel.: +254 11 471589
Fax: +254 11 471589
Royal Golf Club Nairobi
18 Löcher, Par 71, 6315 m
P.O. Box 45587
Nairobi
Tel.: +254 2 862300
Fax: +254 2 802322

Windsor Golf & Country Club
18 Löcher, Par 72, 6740 m
Ridgeways Road, off Kiambu Road
P.O. Box 45587-00100, Nairobi
Tel.: +254 020 8562300
Fax: +254 020 8560160/1
www.windsorgolfresort.com
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