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The Strand Hotel Yangon - Das koloniale Gewissen Myanmars

Autor: Text: Dr. Frank Sistenich, Fotos: Agentur, TRAVELLERstyle international - Asien

Myanmar öffnet sich weiter für Touristen. Das Grandhotel The Strand verkörpert die koloniale Pracht und den lebendigen Aufbruch in das 21. Jahrhundert der schönsten Metropole Südostasiens


Seit wenigen Jahren erst steht die touristische Ampel des Landes deutlich auf grün und zunehmend finden Weltreisende ihren Weg nach Myanmar, dem interessantesten und grössten Land Südostasiens


Ja, es gibt sie noch! Destinationen, deren mythischer Zauber wie der Klang von Sirenen zu uns weht und deren Fremde wie ein notwendiges Komplement zu unserem Alltag erscheint. Yangon gehört in die Kategorie dieser authentischen Metropolen des asiatischen Kontinents, die einen Zauber zu entfalten vermögen, wie dies nur wenigen andere zu eigen ist. Für viele ist die Stadt noch unter ihrem alten Namen der englischen Kolonialzeit, Rangun (Rangoon), bekannt. Doch seit Myanmar den Namen der Nation im Jahr 1989 wechselte, wurde auch der alte historische Name der Stadt wieder gewählt. Wer eine Reise nach Myanmar(Birma) antritt, wird meist über Yangon in das Land finden, oft mit dem Flieger aus Bangkok.Die vierzig Flugminuten zwischen den beiden Metropolen vergehen wie im Fluge und sind kaum der Rede wert.

Strand Yangon_Lobby 01_v-1Klein2_1.jpgDa sich das Land erst sehr langsam der touristischen Nachfrage gegenüber öffnet, bleibt das historische  Grandhotel The Strand  bist heute der zentrale Angelpunkt der Hospitality Alternativen im Zentrum der Stadt, direkt an der gleichnamigen Flusspromenade gelegen. Das Strand gehört zur Phalanx der armenisch stämmigen Sarkies Brüder, die im ausgehenden 19. Jahrhundert gleich eine Reihe bedeutender Grandhotels auf dem asiatischen Kontinent gegründet hatten, so auch das legendäre Raffles in Singapur. Noch heute atmet das wunderbare Haus mit seinen 32 großzügigen Zimmern den Reisegeist der turbulenten 20er und 30er Jahre. Es war die Zeit der großen Reiseschriftsteller, die über die Kontinente wanderten, um den europäischen Bildungsbürgern die Weite der Welt zu erklären.

Strand_Yangon_Strand_Caf___01_v_1Klein.jpgDas Strand wurde zur englischen Kolonialzeit im Jahr 1901 errichtet und bis heute konnte der Wandel behutsam gestaltet werden, um die Seele des Grand Hotels zu bewahren. Schon kurz nach seiner Eröffnung wurde es als „the finest hostelry east of Suez“ gewürdigt.
Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, wurde zur Zeit der japanischen Besatzung 1937 in Teilen als Stall für Militärpferde genutzt. Eine Fliegerbombe krachte wenig später durch das Dach, ohne aber auf dem Marmorboden zu explodieren. Das Haus scheint einen Schutzengel zu haben. In den frühen 1990er Jahren grundlegend saniert, konnte das Hotel 1994 wieder eröffnen, seit 1999 leitete die GHM Gruppe erfolgreich die Geschäfte. Heute ist das Haus selbständig.

Strand_Yangon_Strand_Ballroom_v_1Klein.jpgMit Didier Belmonte steht nun seit diesem Jahr ein französischer Generalmanger dem Strand vor, der mit vielen guten Ideen neue Impulse setzt. Ein Highlight ist neben dem Restaurant und dem Strand Café die historische Bar. Jeden Freitag zur happy hour trifft sich hier die intellektuelle Elite der Stadt, zumeist Angehörige der vielen Botschaften. Es sind spannende Diskussionen über Weltpolitik bis tief in die Nacht. Samstags kommt ein Saxophon Spieler in der Bar hinzu und erinnert mit seinen Songs an die Zeit, in der ein Großteil der historischen Cocktails der Karte entstanden ist.

Strand_Yangon_Strand_Suite_Bedroom_v_1Klein.jpgAlles in diesem Haus atmet den Geist der guten, alten Zeit, sind es die Marmorböden mit Teakholzeinlagen, die gepflegten Rattan Möbel, die Topfpalmen in der Lobby oder die schwarzlackierten Windräder an den Decken. Das Haus besteht aus lediglich zwei Stockwerken neben dem Erdgeschoß und garantiert trotz seiner Großzügigkeit ein hohes Maß an Intimität. Wie sehr sich das Strand der Tradition verpflichtet fühlt, ist nicht zuletzt an der wunderschönen, klassisch birmesischen Kleidung des Personals abzulesen. Die Männer in schwarzen Jackets („tigphone“), die Damen in shan-style Blusen und beide in den landestypischen, knöchellangen Röcken („longyis“) sowie in Sandalen.

Strand_Yangon_Strand_Grill_02_v_1Klein.jpgJüngst hat der Schweizer Philippe Delaloye das Management des Hauses übenommen und ordnet die Geschicke erfolgreich neu. Die Afmerkamkeit der Birmesen gegenüber ihren alten kolonialen und historischen Gebäuden entwickelt sich erst allmählich und mit der Gründung des National Heritage Trust zur Rettung und Entwicklung der kolonialen Architektur ist ein erster Schritt getan, auch institutionell diesem wichtigen Anliegen eine Struktur zu geben. Im Unterschied zu Yangon findet sich im nördlicheren Mandalay kaum historische Bausubstanz, so dass dem Myanmarreisenden auf jeden Fall zu empfehlen ist, über die alte Hauptstadt Yangon in das Land zu reisen.

Strand_Yangon_Strand_Suite_Dining_Room_v_1Klein.jpgSelbst für jene, die kaum Zeit haben oder wenn das Haus mit seinen 32 Zimmern ausgebucht sein sollte, lohnt sich ein Besuch in einem der beiden hervorragenden Restaurants oder zum high tea in britsicher Tradition zum späten Nachmittag. Signature dishes sind Lobster und Mohinga, das Nationalgericht Birmas. Auch wenn diese köstliche Fischsuppe meist an jeder Ecke bzw Strand_Yangon_Strand_Suite_Bathroom_v_1Kliein.jpg.Restaurant angeboten wird, schmeckt sich doch nirgends so gut wie hier. Ein Muss für jeden Yangon Besucher. Und für alle, die auf der Suche nach einem bleibenden Andenken sind, sei das neu wieder aufgelegte und überarbeitete Buch über das Strand von Andreas Augustin empfohlen in der kleinen aber sehr feinen Reihe der "Most famous hotels of the world". Gleich nach Wiederauflage entwickelte sich das hochwertige Büchlein zum Bestseller. Eine schönere Einführung in die historische Pracht und lebendige Wirklichkeit des Strand kann man sich nicht wünschen.


Information:
www.hotelthestrand.com





 

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